Zurzeit gibt es viele Diskussionen über den Sinn oder Unsinn von Plastiktüten bzw. Tragetaschen für den Endkunden. Ein Plastiktütenverbot steht im Raum. Deutschland würde sie am liebsten verbieten, da viele der Meinung sind, Kunden werfen die bunten Tragetaschen einfach in die Natur. Ich selbst stehe dem Thema neutral gegenüber. Deshalb war ich im Münchner Westen unterwegs. Sechs Kilometer ging ich gemütlich und in langsamem Tempo, um alles genau zu sehen. Einerseits fotografierte ich Pflanzen für ein Projekt, andererseits auch den Müll, den die Menschen im Park hinterließen. Einige der Bilder landen bei einer Agentur, die anderen auf meinem Blog. Auf meinem Weg fand ich nur eine einzige Einkaufstüte – den restlichen Müll könnt ihr hier in der Fotogalerie sehen.
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Zum Thema Umweltschutz: Wenn alle mitmachen und nicht jedes Mal eine Tüte im Handel genommen wird, wird die Welt schon ein Stück besser. Das ist meine Meinung.
Dem Kunden die Tüten bezahlen zu lassen ist für mich nur in Ordnung, wenn die Unternehmen mit dem erwirtschafteten Geld gezwungen wären, dies in ökologisch sinnvolle Projekte zu investieren. Eine Plastiktüte kostet 10 Cent im Verkauf, und die Produktion liegt bei weniger als 1 Cent. Theoretisch bleiben also 9 Cent Reingewinn übrig… Warum nicht spenden? So freuen sich zum jetzigen Zeitpunkt nur die Unternehmen über den zusätzlichen Gewinn durch das dünne Plastik.
Papptüten sind auch nicht wirklich eine Alternative, weder von der Haltbarkeit noch von der Umweltbilanz her. Kein Kunde macht sich je Gedanken darüber, dass in den Papptüten neue Frischholzfasern aus Tropen- und Regenwäldern stecken und weniger echtes Recyclingpapier, wie uns vorgegaukelt wird.
Plastiktütenverbot Pro & Contra
Plastiktüte – Kontra:
- Verrottet nicht, auch die Recyclingvariante
- Nicht immer langlebig
- Man hat nie die passende Größe dabei
- Für viele ein einfacher Wegwerfartikel
- Wenn sie ein Loch hat, kann man sie nur entsorgen oder mit Tesa flicken
Plastiktüte – Pro:
- Leicht zu tragen
- Wetterfest
- Schnell einsetzbar
- Umweltschonender als Papiertüte
- Ideales Werbemittel
Den Kunden staatlich zu bevormunden halte ich nicht für den richtigen Weg, Verbote machen nur neugierig. Warum? Erinnern Sie sich noch als Kind: Sie sollten keine Süßigkeiten vor dem Mittagessen naschen, und was taten Sie? Genau das Gegenteil, weil es so schön verboten war.
Man sollte auch mal die Verpackungsindustrie in die Pflicht nehmen. Stetig seit den 90er Jahren wird immer mehr eingepackt, ob einzelnes Ei in Folie, Plastikhaube mit Cerialien auf dem Joghurtbecher oder Schrumpffolie um die Gurke, um nur einiges zu nennen.
Wichtiger wäre es, an die Vernunft zu appellieren, wie schon in den 80er Jahren, als es überall in der Werbung hieß: „Jute statt Plastik“. Mit Birkenstocksandalen und Jutebeutel war man damals hipper als jeder Popper in der Stadt. An die Vernunft appellieren und nicht durch Verbote zwingen.
Wenn jeder ein bisschen mithilft, ist das schon ein Anfang. Also lassen wir schon mal die Peelings mit Mikroplastik im Laden und kaufen nächstes Mal, die meisten sind ja von Natur aus schön genug. Bei einem geplanten Einkauf, einfach mit dem eigenen Beutel einkaufen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht mit dem Plastiktütenverbot.
Weitere Infos zum Thema:
Ein Monat plastikfrei Einkaufen
Nehme auch immer eine eigene Tüte oder Tasche mit damit nicht noch mehr Plastik entsteht.
Lg Karin
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