Ausmisten die ersten 9 Tage – Brauche ich eigentlich ein Smartphone?

Tag 9 Ausmisten Smartphone

Am ersten Tag meines Ausmistens packte ich mir die Akte vom Berufsschulklassentreffen, sah mir noch einmal alles an, scannte die schönsten Bilder und Texte, Adressen darin, und schredderte im Anschluss den gerammten Ordner, tat schon ein wenig weh, aber wenn über 10 Jahre nur 3 Personen immer wieder nachfragen, ob man ein weiteres Treffen organisiere, kann man ein weiteres nun doch ad acta legen.

Heute am neunten Tag will ich von meinem Fortschritt berichten, denn bald ist das erste Monatsdrittel rum, und ich muss sagen, es fühlt sich gut an. Anfangs hatte ich noch Skepsis, sollte ich wirklich Geschenke anderer weggeben? Intaktes wegwerfen? Mich von Dingen trennen, die ich irgendwann noch einmal gebrauchen kann?

„Logisch!“

Um so mehr ich weg sortierte, um so einfacher ging es. So kamen inzwischen 2 blaue Säcke geschredderten Papieres zusammen, Bücher wanderten zur Nachbarin, Bastelsachen zu einem Jungen, und Dinge, die im Schrank waren, wo ich nicht wusste, ob sie weg sollen oder nicht, nahm ich einfach in die Hand, hatte ich ein gutes Gefühl oder eine schöne Erinnerung durften sie bleiben, war die Erinnerung eher belastend oder traurig, verschwand der Gegenstand oder das Dokument sofort.
Normal miste ich in regelmäßigen Abständen aus, aber jeder von uns kennt das, seit alles digital ist Will jeder mit einem sofort in Kontakt treten und man hat für das „reale“ Leben nicht immer Zeit, schließlich kann man einen Fotokunden nicht warten lassen, oder kann einfach mal 3 Tage nicht in den Rechner schauen, wenn man Pech hat, verpasst man einen schönen Job, wie eine Autotestfahrt, durch eine fiese Erkältung.

Letztes Jahr machte ich mein ein Monat Langes „plastikfrei Experiment“ und beschäftige mich viel mit Umweltthemen und dem ganzen drum rum, und stelle fest, ich hab viel zu viele Dinge, und nun werde ich mich nach und nach von allem trennen, warum Dinge endlos einstauben lassen nur, weil es anderen so gefällt? Warum Miete oder Stellfläche mitbezahlen für ein ungenutztes Teil?

Weniger ist mehr! Das machte mir auch letztes Jahr eine junge Dame klar. Früher hatte ich eine halb so kleine Wohnung als heute, und hatte weniger Dinge, war aber glücklicher als heute, aber ich werde mich wieder zurückmisten und mich am Wenigerhaben erfreuen. Was braucht man eigentlich zum Leben?

Brauch ich unbedingt ein Smartphone?

Ich habe derzeit eines leihweise mit einer unbekannten Telefonnummer und stelle fest, nein ich brauche keines …
Ich werde das Geld abtelefonieren und es dann dem Besitzer wieder zurück geben und ihm danken, das ich mal rumprobieren durfte. Eigentlich hatte ich mir das Ding angeschafft, da jeder meiner Freunde zu mir sagte: „He hast Du nicht WhatsApp?“ “ Da sind wir alle drin“. Nun hab ichs, aber alle die ich anfragte wollten nicht mit in WhatsApp sein. Mein Entschluss steht fest, weg mit dem Ding. Außerdem jedes Mal neue Software, neue Handymodelle wer braucht das wirklich? Mein altes Handy ist über 6 Jahre aus reinem Edelstahl und wasserdicht, was brauch ich mehr? Außerdem muss ich nicht überall immer erreichbar sein, wer mich kennt, weis, wo man mich findet, und für Kunden habe ich im Zweifelsfall einen Anrufbeantworter am alten Handy.
Ich bin ein Kind der 70er erst ende der 80er hatten wir Telefon in der Familie, ich brauch das alles nicht, lieber schone ich unseren Planeten.

Richtig weggeworfen habe ich bisher nur einen ausgelaufenen Stift, der aus Mischmaterialien war und nicht mehr zu benutzen war, alles andere verschenkte oder gab es zum Recycling. Gut ist auch was an die eigene Familie zu verleihen, dann bekommt man es 100 % nicht wieder zurück, auch eine Form von Weggeben und Platz schaffen. 😉

So, nun geht’s weiter an mein Regal mit Fachbüchern, da tut das Trennen schon weh, aber brauch ich wirklich noch alle? Wir werden es sehen … Wir lesen uns in den nächsten Tagen.

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2 Kommentare zu Ausmisten die ersten 9 Tage – Brauche ich eigentlich ein Smartphone?

  1. Steffen sagt:

    Es ist wirklich wahnsinn, wie wenig Zeit man heutzutage für die eigenen vier physischen Wände hat. Bei uns ist es derzeit genauso, oder ähnlich: Die Ablage quillt schon seit Wochen über, ausgemistet wurde auch schon ewig nicht mehr. Alles könnte man ja doch noch irgendwie irgendwann irgendwozu und irgendwo gebrauchen können, wenn man es denn brauchen wird… So oder so ähnlich jedenfalls. Das große Problem ist allerdings: Die Zeit. Zeit, die ich als vollzeitarbeitender Mensch lieber in meine Familie investiere als in Ablage und Co. Das war auch ein Grund mit mir ein Smartphone zuzulegen. So muss ich nicht jeden Tag, jeden Abend am PC hocken um meine email zu bearbeiten, Nachrichten zu lesen oder mal mit Freunden in Kontakt zu treten. Den WhatsApp-trend habe ich seiner Zeit völlig verschlafen, nahezu ignoriert. Damals, als jeder bei Facebook gepostet hat, er sei jetzt bei whatsapp und so… Hatte seiner Zeit ne SMS Flatrate, wozu also whatsapp? Zeiten änderten sich, so hatte ich dann whatsapp, ordentlich Text verschickt darüber, und letzten Endes wieder deinstalliert. Seit Facebook whatsapp gefressen hat. Bin ich bei Facebook? Ja. Nutze ich Whatsapp? Nein. Facebook bekommt unwichtiges hingeworfen, nutze es für Kontakt mit alten Bekannten. Bräuchte ich aber nicht unbedingt. Es ist bequem. Nur persönliche Nachrichten bekommt niemand mehr von mir übers Netz. Wer mit mir wichtiges, persönliches austauschen möchte braucht ein Konto bei Threema. Bräuchte ich ein Smartphone? Brauchen nein. Nutze es nur für emails, Nachrichten, RSS, Tlws. Navigation als Fußgänger selten im Auto. Ich nutze es um mehr Zeit zu haben, zeit für die Familie. Und Zeit für die Ablage und zum ausmisten. In diesem Sinne – ich gehe jetzt fischen 😉

  2. Sven sagt:

    Nein man muss nicht alles aufheben. Ausmisten tu ich auch Regelmäßig.
    Was ds Smartphone anbelangt. Geschäftlich habe ich eines, da komme ich nicht drum num. Privat habe ich gar kein Smartphone und auch nie mein geschäftliches dabei. Klar, ein normales Handy habe ich, falls mal was ist, aber da halten sich die Umsätze bei 2-3 Euro pro Monat…

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