1 Monat ohne Plastik zu kaufen – Tag 9- Rosensemmel

 Malereibedarf, Mais, Rosensemmeln und die Coolen 80er Jahre „Jute statt Plastik“

Ich bin freischaffende Künstlerin und für einen Malereikunden trat ich heute die Reise an zu einem Malereifachbedarf in die Innenstadt, besorgte Farben, die sich der Kunde wünschte, die fertig in Tuben und Tiegeln fertig verpackt war. Hier konnte ich nicht lange wählen, was ich möchte, denn alle Firmen verpacken genau nach diesem Schema, die Einzigen, die hier plastikfrei durchs Land kommen, sind die Öl- und Freskenmaler oder diejenigen, die sich selbst Tempera anrühren können. In München gibt es einen kleinen aber feinen Pimentfachhandel, als Kind drückte ich mir immer die Nase platt am Schaufenster des Ladens, der innen in deckenhohen Holzregalen Gläser und Tüten stehen hatte mit den Farbpigmentpulvern. Es sah dort aus wie eine Mischung aus Omas Kaufmannsladen und indischem Gewürzbasar.
Des Weiteren brauchte ich zum Arbeiten noch farbige Baumwollschnüre, ich bat die Verkäuferin sie mir in Papier einzuwickeln statt sonst üblich in Plastik, die Verkäuferin grinste und sagte: „Eine tolle Idee mit dem Plastikverzicht, ich wünschte das mehr Kunden, ihre Taschen selber mitnehmen würden.“

Zur Feier des Tages belohnte ich mich noch mit einem Zucker- und Süßstofffreiem Joghurteis mit Studentenfutter oben auf, herrlich so ein kleiner Snack. Nicht billig aber was tun, wenn das Eis lockt … Das Eis gab es im Papierbecher, dazu gibt es einen großen Plastiklöffel, den man danach selber entsorgt. Das es anders geht zeigen uns die Österreicher dort sah ich Becher aus fester essbarer Waffel in Eisdielen und statt des Plastiklöffels, gab es hier breitere Stäbchen aus Holz, warum geht das bei uns nicht? Ich sammle die Löffel und werde sie dann weiter verwenden.

In den 80er Jahren war man viel Umweltbewusster als heute in den 2000er Jahren

München war früher ein Vorreiter im Thema ÖKO, wir hatten eine wunderbare Ökomesse anfangs in der Kongreßhalle des Deutschen Museums später größer geworden in der Olympiahalle, warum hört man in die Richtung nichts mehr? Gerade wo überall im TV es uns um die Ohren schallt, wir sollen Energie und Ressourcen schonen gibt es keine Ökomesse mehr, und immer mehr wird in Plastik gepackt von der Industrie und kein Kunde will das.. Weder sehe ich waschbare Damenhygieneartikel wie in den Ende 80er Jahren, und fast schon unter Artenschutz sollte man Haarspray mit Pumpmechanismus stellen. Ich liebte diese nachfüllbaren Teile.

Plastikfreies Mittagessen gab es, Kartoffelnudeln mit Margarine und Gurke heute.

Eine Batterie bekam ich für meine TV-Fernbedienung auch nur eingeschweißt beim Einzelhändler, allerdings mit weniger Plastik drum herum als beim Drogeriemarkt oder roten Elektromarkt aus der TV-Werbung.
Merke! Beim Einzelhandel bekommt man weniger Verpackungsmüll, oder kann ihn vor Ort lassen.

Mais und Dreifruchtfolge

Im Drogeriemarkt beendete ich fast meinen Rundlauf durch die Geschäfte, WC Papier und Küchenkrepp war nur in Plastik zu bekommen, auch das war vor etlichen Jahren in Papier verpackt, und oben prangte einem der Blaue Engel entgegen. Wenigstens fand ich dann noch Müllbeutel aus Recyclingpapier, die nur mit einem Papierband umwickelt waren. Von Ökofolien für Müllbeutel halte ich Abstand, denn zum einen sind sie auf Dauer nicht gut lagerfähig, können sich verflüssigen, zum anderen werden sie zumeist aus Mais hergestellt und Mais lässt Bienen verhungern, da er keine Blüte produziert an der sich die Tiere ernähren können. Mais entzieht auch den Böden viel Nährstoffe, der Boden wird schnell ausgelaugt. Wenn ein Bauer nun ausschließlich Mais anbaut, muss er viel Geld für giftige Dünger und Sonstiges aufwenden, um mehrere Jahre Mais anbauen zu können. Zwei Generationen vor uns praktizierten die Bauern noch die Dreifruchtfolge so hatte der Boden immer ideale Nährstoffe, im einen Jahr Mais, im nächsten Heu, dann Kartoffeln, dann wieder Mais etc. Damals brauchte es dann keine Chemie wie bei Monokulturen.

So erkennt man ob der Bäcker noch selber bäckt

Fürs Abendessen holte ich mir dann Kindheitsgeschmäcker nach Hause, Rosensemmeln und Salzstangerl, Letztere sind nicht die braunen Knabberartikel, sondern aus einem Weizenhefeteig längliche Hörnchen = Stangerl, die mit grobem Salz und Kümmel bestreut werden, diese zwei Gebäcke sind traditionell in Österreich und Bayern beheimatet und an diesem Gebäck erkennt Ihr, noch ob der Bäcker selber bäckt. Denn Rosensemmeln kann man nicht mit einer Maschine fertigen, erklärte mir ein Familienmitglied, das gelernter Bäcker ist aus dem Schwabenland. Diese Leckereien und weiteres Gebäck gibt es in Pasing.

Zum Abschluss habe ich mal zum Spaß eine Discounter-Gurke 335g gegen eine vom Viktualienmarkt gewogen, was soll ich sagen? Die vom Viktualienmarkt Pasing wog 760g, eine wirklicher unterschied! Bin gespannt, wie sich das auf die Statistiken auswirken wird …

In die Plastikkasse kamen heute 8 Cent = 8 Artikel mit Plastikhülle = Spende.

Rosensemmel

Salzstangerl und Rosensemmeln

Weitere Infos zum Thema:

Ein Monat plastikfrei Einkaufen

 

Dieser Beitrag wurde unter München, Pasing, Plastikfrei, Selbstversuch abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

One Response to 1 Monat ohne Plastik zu kaufen – Tag 9- Rosensemmel

  1. Pingback: 1 Monat ohne Plastik zu kaufen - Der Start - Tag 0 - Chaosreporter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.