Discounter oder Supermarkt wir haben die Wahl

Vor einigen Tagen las ich das Silli einen Blogparaden Aufruf startete zum Thema „Discounter oder doch Supermarkt“ und da das Thema wirklich interessant ist, und ich beteilige mich sehr gerne mit diesem Artikel.

Banane aus dem Supermarkt auf einem Parkettboden

Discounterprodukte müssen nicht zwingend schlechter sein. Allerdings sagen die Markenhersteller, dass sie bei Discounterprodukten gerne statt teurerem Curry lieber billigeres Kurkuma verarbeiten, das optisch genauso gelb daherkommt. Bei gekühlten Desserts kommt statt Milch oft nur Sahne oder Milchzubereitung in die Packung. Statt natürlich gewachsenem Schinken spart man mit Formfleisch. All dies ist nicht schädlich, entspricht aber nicht immer den Erwartungen mancher Kunden. Auch sind Discounterprodukte definitiv öfter in der Liste der zurückgerufenen Lebensmittel zu finden. Wem die Produkte schmecken und wem egal ist, wie sie erzeugt werden oder ob Mensch oder Tiere darunter leiden, der kann von mir aus weiterhin Discounterprodukte kaufen – ich nicht!

Ob billigere Produkte schlechter sind als teure, kann man pauschal nicht sagen. Ich habe schon sehr teure Nudeln eines Markenherstellers gegessen, die mit Zutaten gestreckt waren, die definitiv nicht in eine Nudel gehören.

Mein Tipp: Immer auf die Packungsrückseite schauen und die Inhaltsstoffe lesen. Oft findet man in neuerer Zeit gerade bei Discountprodukten Zutaten, die wenig mit den abgebildeten Sachen zu tun haben – egal ob Algen, Lebensmittelklebstoffe, aus Holz gewonnene Stoffe, Stabilisatoren, Bergbaunebenprodukte usw. Wenn etwas billig ist, muss ich mich als Kunde immer wieder fragen: Wo konnte der Hersteller bei dem Produkt sparen? An der Werbung? Am Verpackungsmaterial? Oder doch an den Inhaltsstoffen?

Am schlimmsten finde ich, wenn in der Herstellung gespart wird. Das heißt, der Discounter drückt immer mehr die Preise nach unten. Darum findet man in Discountern kaum noch Weidemilch; die Tiere wie Huhn und Schwein sehen nur noch Sojaschrot aus dem Ausland, statt Insektenpulver oder anderen Kraftfuttereinsatz. Die Frage ist: Welche Kuh würde in der Natur Soja essen? Keine! Bohnen blähen, und Kühe haben ohnehin Blähungen, also … Es ist oft eine Schutzbehauptung der Veganer, rechnet man aber den Sojaimport um, wird mindestens ein Drittel zu Sojamilch, Tofu und sonstigem, Daten findet man genug beim Statistischen Bundesamt. Es ist weder gesund fürs Tier noch für den Menschen. Auch bei der Fleischproduktion wird gespart, sodass immer mehr Tiere schneller auf immer kleinerem Raum gemästet werden.

Einigen Kunden scheint dies egal zu sein, Hauptsache der Preis stimmt, aber dann im Tierschutzverein sein …

Bei Pflanzen ist es ähnlich … Sie leiden auch unter dem ewigen Preisverfall. Ein Discounter kommt vorbei, zahlt für den angebauten Salat einen Festpreis, beim nächsten Mal bekommt der Landwirt aber weniger, weil der Discounter den Preis diktiert. Entweder der Landwirt zieht mit oder geht pleite. So wird sinnlose Monokultur statt dem alten Dreifelderwirtschaft-Anbau betrieben. Das heißt, der Acker bekommt meinetwegen im ersten Jahr Getreide, im zweiten Kartoffeln, im dritten Weidegras. Da dies einigen Landwirten nicht mehr möglich ist, wird der Boden mit Kalidünger gedüngt, der auch nicht unbedenklich ist, da er an schädliche Abbauprodukte gebunden ist. Früher bekam der Boden mit der Dreifelderwirtschaft auf natürliche Weise seine Nährstoffe zurück. Es leiden also unter den Discountern Tiere, Pflanzen und Menschen.

Auf Handelsmarken greife ich nur zurück, z.B. bei Mehl. Hier weiß ich, wie es produziert wird, da Mehl in Deutschland immer nur den gleichen Prozess durchläuft und wir hier die höchsten Standards in Europa haben. Wo ich nicht zugreife, ist bei Nüssen oder anderen Dingen, die nicht im eigenen Land angebaut werden oder bei denen ich keine Ahnung vom Herstellungsprozess habe. Auch sind einige Eigenmarken (Handelsmarken) irreführend, schreiben „besonders edel“ auf die Verpackung, wenn man aber auf die Zutatenliste sieht, wird einem schlecht von Ersatz- und Zusatzstoffen.

Silli fragt auch: „Was für Ansprüche stellt Ihr an den Supermarkt des Vertrauens?“

Vertrauen ist immer eine Sache von „Trau, schau wem“. Ich halte es so, dass ich gerne Geschäfte wechsle, nicht immer vom gleichen Supermarkt kaufe. Im Endeffekt gibt es eh nur noch vier Handelsriesen, da wird es schon schwierig, Nischenprodukte zu finden, aber es gibt sie. Wie in München den V-Markt zum Beispiel, der früher zum Konzern Metro gehörte. Er verkauft Produkte, die andere nicht im Sortiment haben, alles mit regionalem Bezug. Hier finde ich mein heißgeliebtes Spätzlemehl, Weidemilch von bayerischen Bauern und Produkte kleinerer Produzenten. Bei mir gibt es quasi nicht „den Lieblingssupermarkt“ – jeder hat so seine Eigenheiten. Was mir aber besonders wichtig ist, ist Sauberkeit, und da könnte ein Supermarkt in München-Pasing, wo ich wohne, noch ordentlich aufholen, wenn ich an die verdreckten Gefriertruhen denke.

Lieblingsprodukte habe ich schon einige, wie meine heißgeliebten Käsekrainer, Erdbeer-Schulmilch, die ich in meine Fototasche packen kann, Haferflocken, Birnen-Vanille-Joghurt, Gemüsequark und Käsesorten. Die leider nicht in jedem Supermarkt vorhanden sind, also wird gesprungen, mal hierhin, mal dahin, auch mal in eine andere Stadt, gerade zum Oktoberfest, wo man hier nur wegrennen kann.

Ich wähle auch bewusst die Produkte mit weniger Verpackungen,

und dort hat der Supermarkt klar die Nase vorne, da hier keine festen Mengen bei Obst oder Gemüse vorverpackt sind, außer bei Beerenobst und Trauben. Sympathischer finde ich auch im Supermarkt die Kompetenz einiger Mitarbeiter, und dass die Einpackfläche an der Kasse bei Supermärkten länger ist. Je kürzer die Fläche, umso schneller möchte der Konzern, dass die Kunden wieder gehen, und eine höhere Taktung an der Kasse erreicht wird …

Tricksereien mit frischen Brötchen aus dem Backautomaten

Ebenfalls ein Punkt für den Supermarkt ist, dass es dort keine irreführenden Aufbacköfen (Brotaufbackautomaten) gibt mit „sogenanntem frischem Brot“. Das Brot in den Automaten ist schon aufgebacken und fix und fertig, es wird nur zum Schein noch einmal aufgewärmt. Weder ist es hochwertiger noch frischer als das andere, dafür wird es öfter weggeworfen, da die Automaten alle paar Stunden neu befüllt werden müssen – aus Hygienegründen. Also produziert der Discountkunde noch mehr absichtliche Abfallberge.

Discounter oder Supermarkt wer hat preislich die Nase vorne?

Vor einigen Jahren machte ich auch einen Selbstversuch über einen Monat lang. Ich testete, ob ich im Discounter, im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt günstiger einkaufen kann. Raten Sie mal, wer da gewonnen hat? Der Supermarkt und der Wochenmarkt. Warum? Alle Grundprodukte kosten, ob beim Discounter oder beim Supermarkt, gleich viel: Milch, Mehl, Eier … Jeder schaut die Preise der anderen ab und senkt sie. Meist gehen die Discounter am Morgen runter, und die Supermärkte ziehen im Laufe des Tages nach. So funktioniert es auch bei Drogerieketten.

Dann kaufte ich eine Gurke auf dem Wochenmarkt

Klar war die teurer, aber auch nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten legte ich sie auf die Waage und stellte fest, dass das Gewicht dreimal so hoch war wie bei der Gurke vom Discounter und sie weniger Kerne hatte.

Seit ich Prospekte nur noch als Unterlage zum Schuheputzen benutze und keinen Discounter mehr betrete, lebt es sich entspannter.

Auch war es oft so, dass man Gemüse nur im Gebinde kaufen konnte. Dann war ein Teil in der Packung kaputt, und man konnte den Rest wegwerfen, da sich der Schimmel unter der Folie in alle Gemüsestücke verteilt. Bei einzeln gekauftem Gemüse kann ich ein Stück wegwerfen, aber die anderen noch essen. Weniger wegwerfen, kein Stress, dass ich einkaufen gehen muss, wenn die Ware gerade Saison hat im Discounter, und kein unfreundliches Personal mehr im Laden. In meinem Supermarkt um die Ecke kann ich anrufen, wenn ich ein Produkt vermisse, dann wird es besorgt. Alles ein wenig entspannter.

Wie ist das in München mit lokalem Einkauf

Und wir in München haben auch noch den Luxus des Viktualienmarktes. Wenn ich dort bei einem Bauern oder einer Gärtnerei selbst einkaufe, bin ich billiger dran, da ich keine Zwischenhändler habe und alles auch noch viel frischer ist. Ob es krumm oder gerade ist, mir ist alles recht. Denn da kommt weder Supermarkt noch Discounter preislich ran.

 

 

 

 

 

 

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One Response to Discounter oder Supermarkt wir haben die Wahl

  1. Hallöchen Chaosreporter 🙂

    vielen lieben dank für diesen wirklich super tollen Beitrag, zur Blogparade. Ich finde ihn ganz toll. Und es ist wirklich schön, dass du mitgemacht hast. Vielen Dank 🙂
    Den Link habe ich nun als Kommentar unter die Parade gesetzt. :). Dann können ihn weitere Leser auch sehen und anklickern 🙂

    Beste Grüße
    Fräulein_Ich von pferdigunterweg.com

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