Irrgarten Modegeschäft – heute schon eine Bluse geshoppt?

Blusenkauf der helle Wahnsinn! Früher gab es ein Regal, heute rennt man wie ein Wiesel.

Ein neues T-Shirt eine neue Bluse mit Blümchen oder Streifen dazu noch eine Cordhose und den passenden Schal, so wäre man perfekt für die nächstes Jahreszeit gerüstet. Aber … seit einiger Zeit fällt mir da in einigen Bekleidungsläden und Modeabteilungen etwas auf.

Früher schaffte man es, sich ein perfektes Outfit in der Mittagspause zu kaufen, heute wo das Leben angeblich einfacher und Leichtfüßiger ist, weil keiner mehr sich für eine Hose erst mal durch einen Wald kämpfen muss oder erst mal ein Mammut erwürgen muss, dauert es viel länger.

Ich suchte lediglich in einem Kaufhaus eine Bluse für einen chicen Abend. Baumwolle, blau in meiner Größe, so wünschte ich mir das. Ich dachte, das wäre einfach … aber nicht in meiner Heimat München! Es gibt zwar Modeläden wie Castingbewerber bei irgendwelchen Shows, aber eine einfache Bluse ist ein Unding.

Vor einigen Jahren ging man in die Oberbekleidungsabteilung der Damen, in der eine Kleiderstange war länger als ein U-Bahnwagen und darauf hingen die Blusen der Größe und Farbe nach gebügelt und sortiert. Zugriffs und Erjagungszeit max. 20 Minuten

Hürdenlauf bei der Damenoberbekleidung

Heute rennt man in die Damenabteilung und findet keine Kleiderstangen allein mehr mit Blusen, sondern man rennt zu einer Angestellten, äußert seinen Wunsch „Bluse-Blau-Motiv Egal- Größe“ und die Angestellte sagt: „Ich bin von Firma A, wir haben keine Blusen, gucken sie doch hier im Haus sich mal um bei den Firmen B bis Z, schlendern sie ein wenig …“

Hmpf …

Also rannte ich zwischen den Ständern rum, wie eine Flipperkugel aber gefunden habe ich in diesem Haus nichts, also weiter zum nächsten Haus, die hatten zwar angeblich meine Größe laut Etikett, aber als ich mir die Blusen vorhielt, dachte ich mir, hab ich zu heiß gebadet oder bin ich gewachsen?

So rannte ich von Laden zu Laden, überall nur die gleichen Hersteller, ich vermisse die guten Eigenmarken der Häuser …

Am Schluss bestellte ich per Versand! Dank Münchens Einerlei … Laufzeit 4 Tage.

Irgendwie sehen die Innenstädte bundesweit aus, als hätte jemand wie in einem Computerspiel Copy + Paste gedrückt und überall die gleichen Läden und Modemarken eingefügt.

Als Kunde komm ich mir nun vor wie – Kunde friss es oder lass es. Wie wenn die Industrie uns diktieren will, was wir tragen sollen. Ich sag euch eines, ich habe meine Nähmaschine wieder heraus gezogen, wobei Nähgeschäfte sind bundesweit auch Mangelware. Aber ich mache immer gerne alles anders als die Masse 😉

In dem Sinne, fröhliches Einkaufen!

 

 

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2 Responses to Irrgarten Modegeschäft – heute schon eine Bluse geshoppt?

  1. Ulrike sagt:

    ja, die Stoffe, Garne, Köpfe usw. musst Du dann auch übers Internet kaufen, weil man Handarbeitsläden inzwischen mit der Lupe suchen muß und meistens kilometerweit herumfahren.
    Sehr treffender Artikel, wie immer! 🙂

    • Das stimmt allerdings das man für Dinge des Alltäglichen Lebens heut zu Tage Kilometergeld hinlegen muss, wenn ich nur an einen kleinen Teppich denke, für den ich nun in die nächste Gemeinde fahren muss, oder Tierfutter oder solche dinge bekommt man fast gar nicht mehr in Fußgängerzonen. Es wird erwartet das jeder am PC sitzt und bestellt im Netz. Aber was macht die alte Oma die eine Gardinenstange braucht, oder Opa der neue Hausschuhe braucht? Immer mehr wird Monopolisiert und Eigeninitiative vernichtet durch horrende Ladenmieten „drumrum“ – „jubmbotique“ und wie sie alle hießen, in München ist nichts mehr Typisch München, obwohl ich hier geboren bin hält mich heute nichts mehr hier.

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