Fastenzeit Ausmisten und bewusster Konsum in einer Challenge

Parklandschaft im Frühjahr mit einem gewundenen Fluss, aussen herum stehen viele Bäume wie Birken. In der Mitte des Fotos ist eine hellgrüne rechteckige Grafik mit runden Ecken in schwarzer Farbe steht darin Fastenzeit Ausmistzeit.
Parklandschaft mit Fluss

Im Winter schlug mir eine Freundin vor, gemeinsam eine Challenge zu machen: „Ausmisten und nichts kaufen in der Fastenzeit.“ Ich war sofort begeistert und begann schon ein paar Tage früher, um mich einzustimmen. Jetzt bei der Hälfte kann ich sagen, ganz ohne Einkäufe kommt man allerdings nicht aus,  schließlich braucht der Mensch Nahrung und gelegentlich auch ein Stück Seife, um gesellschaftsfähig zu bleiben. Und wenn die LED in der Nachttischlampe ausfällt, wäre es wohl kaum sinnvoll, sie nicht zu ersetzen.

Das sind unsere eigenen Regeln für die Fastenzeit:

1. Keine unnötigen Käufe: Es dürfen keine Gegenstände gekauft werden, die nur zur Dekoration dienen oder keinen besonderen Nutzen haben. 

2. Essen gehen: Kein Essen im Restaurant, es sei denn, man wurde eingeladen. 

3. Erlaubte Einkäufe: Lebensmittel und Getränke dürfen für Brotzeit, Arbeit oder zum Selberkochen gekauft werden. 

4. Notwendige Produkte: Medikamente und Hygieneartikel sind nur dann erlaubt, wenn das Vorgängerprodukt aufgebraucht ist. 

5. Medienkonsum: Der Kauf einer Tageszeitung ist erlaubt, da sie als Nachrichtenquelle gilt. Bücher und Illustrierte hingegen gelten als Luxus und sind tabu. 

6. Ausmisten: Ziel war es, die Wohnung so gründlich wie möglich auszumisten, um Gutes für andere, als auch für uns selbst zu tun. 

7. Ersatzkäufe: Gegenstände durften nur nachgekauft werden, wenn sie kaputt waren, wie zum Beispiel eine defekte LED oder ein gebrochener Besenstiel. Hier gilt die Regel: ein Teil weg, ein neues Teil her. 

8. Einkaufsbeschränkung: Es war verboten, einen Gegenstand zu entsorgen und zwei gleiche oder mehrere neue dafür zu kaufen. 

9. Geschenke: Ist es für andere Menschen ist es erlaubt. Wie ein Schokohase für das kommende Ostern für Freunde.

10. Zu sich kommen: Es ist wichtig, sich zu entspannen und öfter draußen in der Natur zu sein. Dabei kann man über seine eigenen Überzeugungen nachdenken oder über das, was in der Welt passiert.

Die ersten Tage war es kein Problem, die Regeln einzuhalten.

Doch dann schlugen bei mir die Wechseljahre gnadenlos zu, und ich passte nicht mehr in meine alte Kleidergröße. Also musste ich mir Kleidung kaufen, alles andere als ausmisten. Ich beschränkte jedoch den T-Shirt-Kauf auf das Nötigste. Zudem benötigte ich einen Anzug für mein Ehrenamt und mein Kleingewerbe, da ich gelegentlich repräsentieren oder vor der Kamera agieren muss. Um das auszugleichen, spendete ich mehrere T-Shirts und Spielsachen an eine gemeinnützige Organisation in meinem Stadtteil München-Pasing, rettete Lebensmittel (ein eigener Artikel hierzu folgt demnächst) und plane,  demnächst einige Dinge online zu versteigern, wovon ein Teil des Erlöses gespendet werden soll. Schließlich ist Fastenzeit, und ich möchte auch anderen Gutes tun.

Kurz darauf fiel ein Leuchtmittel in unserer Nachttischlampe aus. Ich kaufte nur eine neue LED, keine zwei. Bei meinen Schuhen rissen die Riemen, weshalb ich auch neue Schuhe besorgen musste. Die alten Schuhe habe ich in einen Kleidercontainer, da das neue Gesetz vorsieht, dass Kleidung, einschließlich Schuhe, nicht mehr im Restmüll entsorgt werden darf. Eine Reperatur war nicht mehr möglich.

Nicht immer kann man Regeln einhalten.

Einmal brach ich unsere Abmachung und streamte bei einem Onlineanbieter eine Dokumentation für 4,99 Euro sowie einen Film („Konklave“) für 6,99 Euro. Um das auszugleichen, nahm ich an zwei Spendenläufen teil – einen zugunsten von Tieren und den anderen für Frauen.

Jetzt bleiben noch 13 Tage bis Ostern, und ich möchte weiter ausmisten und mir mehr Zeit für mich selbst nehmen, soweit es der Alltag erlaubt. Im Sommer steht dann ein weiterer Teil des Jakobswegs auf dem Plan. (Bericht folgt)

„Die Fastenzeit ist für mich nicht nur eine Zeit des Verzichts, sondern auch eine Gelegenheit, bewusster zu leben, Ballast und Sorgen abzuwerfen und Raum für neue Möglichkeiten zu schaffen , sei es im Zuhause, im Alltag oder in der eigenen Seele.“

In dem Sinne noch frohes Fasten

Wohin mit dem Ausgemisteten: Link zu Wohin damit

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