Der Vergleich von Schrittzähler, Smartwatch und Lauf-Abo

Ein praxisnaher Vergleich für alle, die ihr Training tracken und frei gestalten möchten. 

Waldweg mit See an einem Sommertag, links und rechts stehen grüne Bäume, das Wasser ist braun durch das buddeln der Karpfen. Der Boden ist gekiest.

Über drei Jahre hinweg habe ich verglichen, was mir sportlich und gesundheitlich mehr bringt: der kleine Schrittzähler am Gürtel, die Smartwatch mit Pulsmesser am Handgelenk oder ein Lauf-Abonnement für virtuelle Läufe mit Community-Anschluss. Was hat mich mehr motiviert? Bei welcher Option lief ich längere Strecken und hielt länger durch?

Laufen mit einfachen Schirttzähler:

In einem Sportgeschäft wollte ich mich zum Thema Schrittzähler beraten lassen. Der Verkäufer meinte, dass alle Geräte von der Funktionalität her gleich wären und es jedem selbst überlassen ist, ob er ein einfaches, günstiges Modell für 5 Euro oder ein aufgehübschtes Modell mit mehr Funktionen für 20 Euro und mehr nimmt. Ich entschied mich für ein einfaches Modell für 9,99 Euro. Es ist silberfarben, hat zwei Knöpfe zur Einstellung der Funktionen und nach dem Einlegen der Batterie und einer fünfminütigen Einstellung von Schrittlänge und Körpergröße kann man loslaufen. Ich lief bei allen Varianten allein, einfach so, wie es mir gefiel, über Waldwege, durch die Stadt und über Land.

Vorteile: günstiger Einstieg, schnelle Programmierung, für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.

Nachteile: keine Meldung, wenn die Batterie leer ist, gelegentliches Hängenbleiben, daher ungenauere Trainingsdaten.

Für wen geeignet: Minimalisten, Einsteiger und Alltagsläufer.

Kosten: 9,99 Euro.

Läuferin mit pinken Baseballkappe bei blauem Himmel


Laufen mit Smartwatch:

Eine Smartwatch kann man in jedem größeren Laden vor Ort kaufen. Ich entschied mich für ein mittelpreisiges Modell mit buntem Armband. Die Kosten für ein solches Gerät fangen bei 50 Euro an und gehen gerne bis 500 Euro, bei Luxusmodellen auch weiter darüber. Ich habe eine amerikanische Smartwatch geschenkt bekommen. Die Einrichtung hat ca. 30 Minuten gedauert. Man kann Strecke, Puls, Sauerstoff und Schritte tracken. Die Uhr stellt einem auf Wunsch kleine Aufgaben, oder man hat sich einen Trainingsplan zusammengestellt. Als Belohnung bekommt man kleine virtuelle Grafiken in der App der Smartwatch. Hier kann man ebenfalls die Laufstrecke frei wählen. Bei einigen Apps kann man sich auch bei Laufevents beteiligen, Freunde hinzufügen und parallel mit ihnen laufen, obwohl sie vielleicht in einer anderen Stadt sind, und sich mit ihnen vergleichen. Bei einigen Modellen gibt es im Nachhinein eine digitale Landkarte, auf der der Streckenverlauf zu sehen ist.

Vorteile: Datengenauigkeit, Motivation, sofort sichtbare Werte.

Nachteile: Kosten, technisches Verständnis erforderlich, Ablenkung durch Geräusche der Uhr.

Kosten: Ab 50 Euro.

Geeignet für: Ambitionierte Hobbyläufer, Technikfans.

Parklandschaft im Sommer, eine Bank in grüner farbe auf der rechten Seite, links ein paar Fußgänger die nicht zu erkennen sind und eine Weggabelung aus geetertem Asphalt.


Laufen mit Lauf-Abo:

Um mit einem Abo zu starten, benötigen Sie entweder eine Smartwatch oder einen Rechner. Es gibt Anbieter, die per App gestartet werden können, und andere, deren Abo über die Webseite gebucht werden kann. In meinem Fall waren es 130 Euro über den PC. Auch hier kann man frei laufen, da die Läufe virtuell sind. (Mehr Infos zum Thema virtuelles Laufen gibt es hier.) Der Läufer sucht sich seinen Lieblingsort aus und startet nach der Anmeldung mit Startzeit wann er möchte. Die Streckenlänge wird vorher ausgewählt und dann wird losgelaufen.
Nach dem Lauf gibt es dann entweder eine virtuelle Medaille oder eine Urkunde zum Ausdrucken. Bei einigen Anbietern bekommt man gegen Aufpreis auch Medaillen aus Metall, Plastik oder Holz oder Shirts.
Was mich bei den Abo-Läufen immer störte, ist, dass oft nur feste Streckenlängen wie 2,5 km, 7,5 km, 5 km oder 10 km vorgegeben waren. Was aber, wenn man eine Lieblingsstrecke hat, die nur 6,5 km lang ist und einem das reicht? Oder wenn man an einem anderen Tag 12 km laufen möchte? Hier liegt ein Problem. Läuft man mehr Kilometer als vorgesehen, werden die zusätzlichen Kilometer nicht gewertet. Anders herum ist es genauso: Wenn man früher abbrechen muss, weil ein unerwartetes Ereignis auftritt, und nur 1,3 km erlaufen hat, statt der Mindestkilometerzahl von 2,5 km, werden diese nicht gewertet. Das ist mir zweimal passiert. Außerdem sind einige Läufe an feste Tage gebunden. Kann man nicht starten, wird es nicht gewertet.
Was mir aber gefällt, ist die soziale Komponente, dass man sich mit anderen Läufern austauschen oder auch gemeinsam laufen kann, z. B. mit Freunden, Kollegen oder im Rahmen eines Firmenlaufs.

Vorteile: Motivation, Reale Erinnerungsstücke, Sozialer Zusammenhalt

Nachteile: feste Tage, höhere Kosten, vorgegebene Streckenlängen

Für wen geeignet: Menschen, die zwar ihr eigenes Tempo oder ihre eigene Strecke laufen wollen, aber auch soziale Kontakte pflegen möchten.

Kosten: Je nach Anbieter unterschiedlich.

Vergleich aller Optionen:

Tabelle mit allen Optionen was besser ist Schrittzähler, Smartwatch oder Abonnement. Links die Faktoren von was ist Billiger, bringt mehr Spaß, lernt mehr etc

Von einfach bis vernetzt: Optionen in der Zusammenfassung

Der Schrittzähler begeistert durch seine Einfachheit, geringen Kosten und maximale Flexibilität. Er eignet sich besonders für Schnäppchenjäger und Menschen, die ohne viel Technik mehr Bewegung in ihren Alltag bringen möchten.

Die Smartwatch bietet ein ausgewogenes Verhältnis aus Motivation, Spaß und Datenvielfalt. Sie ist ideal für Läuferinnen und Läufer, die ihre Fortschritte messen, Trainingsziele verfolgen und Technik sowie Herausforderungen lieben.

Das Abonnement liefert die stärkste Motivation und den höchsten sozialen Faktor. Durch geführte Programme und Community-Elemente eignet es sich besonders für Menschen, die Struktur, Austausch, Belohnungen und regelmäßige Impulse benötigen.

Der direkte Vergleich zeigt deutliche Unterschiede: Mit dem Schrittzähler kam ich auf 603 Kilometer, mit der Smartwatch auf 1.109 Kilometer und mit dem Lauf-Abonnement auf 986 Kilometer.

Fazit:

Es gibt nicht „die beste“ Methode, es hängt vom Läufertyp ab. Je nach Ziel (Abnehmen, Gesundheitspflege, Dranbleiben) empfehle ich eine der Methoden oder eine Kombination aus mehreren.

Ich selbst werde in Zukunft eine Mischung aus Community-Läufen absolvieren und ansonsten meine eigenen Strecken laufen. Da ich gesundheitlich dauerhaft angeschlagen bin, kann ich nicht immer die vorgegebenen Streckenlängen laufen. So kann ich ganz entspannt Sport treiben und etwas für meine Gesundheit tun.

Wie laufen Sie? Was gefällt Ihnen?

Heuschrecke auf pinker Baseballmütze
Diese Heuschrecke floh aus einem Zoogeschäft auf meiner Mütze S-Bahnhalt Westkreuz

Auf geht´s raus an die frische Luft!

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